Sonntag, der 15.3.2020: Vortag zu fünf Wochen Praktikum im herzbasierten „Leeren“
Sonntag, der 15.3.2020: Vortag zu fünf Wochen Praktikum im herzbasierten „Leeren“

Es ist Sonntagmittag. Die Sonne scheint und eine leichte Brise weht durch unseren Garten. Ich sitze hier gerade in meinem Schaukelstuhl im Wintergarten, habe sämtliche Türen in den Garten hinaus geöffnet und genieße den Mittag. Morgen beginnt der erste Tag von 5 Wochen, in denen mein neunjähriger Sohn zuhause sein wird. Aufgrund der aktuellen Situation mit dem Coronavirus fällt der Schulunterricht aus und auch die Hortbetreuung.

Wir beide leben in einem kleinen Häuschen in einem Stadtteil am Rande von Hannover. Man hört immer ein leichtes Hintergrundgeräusch aufgrund des Verkehrslärms in der Stadt. Jetzt ist deutlich zu hören, dass wesentlich weniger auf den Straßen los ist. Es ist eine angenehme friedliche Atmosphäre.

Unsere persönliche Chance: Bereits gestern Morgen wachte ich auf und mein erster Gedanke war… Wow fünf Wochen Freiheit. In unserem kleinen Biotop hier, ist vor allem der Faktor Schule eine Herausforderung. Dadurch, dass dieser Druck nun nicht mehr da ist, fühlt es sich für mich wie Freiheit pur an. Der Gedanke, aus dem System der Schulpflicht auszusteigen, ist schon lange da. Wir beide haben schon oft darüber gesprochen und ich hatte auch bereits großartige Gespräche mit reflektierten Menschen dazu. Ich hätte mich nicht getraut (weil ja auch verboten :0)), eigenständig eine Auszeit zu nehmen und ein gegenseitiges Praktikum zu machen. Nun können Leo und ich schauen, wir es ist, selbständig und herzbasiert zu lernen. Das ist für uns beide eine Herausforderung. Wir freuen uns beide drauf. Es ist unsere Probezeit, vielleicht für einen kompletten Neuanfang.

Dazu gehört auch der Umgang mit den elektronischen Medien. Eine begrenzte Zeit wird uns beiden zur Verfügung stehen. Wie werden wir damit umgehen, vor allem Leo? Unser Anfang ist ein Vertrag, den wir beide heute schließen werden. Auf Gegenseitigkeit. Erst Mal für die kommenden fünf Wochen.

Meine Tätigkeit von zu Hause als Trainerin und Beraterin im Morphischen Feld Lesen liebe ich sehr. Es ist für mich keine Arbeit, so wie wir allgemein Arbeit beschreiben oder mit Emotionen verknüpfen. Ich ziehe daraus viel Inspiration und Kraft. Telefonische Termine werde ich weiter machen. Ich bin gespannt wie Leo und ich auch diese Herausforderung meisten werden. Hier ist die Versuchung Mamas geistige Abwesenheit durch die Medien zu ersetzen groß. Ein Plan darf sich entwickeln. Noch haben wir ihn beide nicht. Auch neige ich dazu „noch schnell etwas zu erledigen… eine Mail, einen Anruf etc., so dass ich auch mal von unserer gemeinsamen Zeit, Kapazitäten geklaut habe. Nun haben wir beide feste Regeln, die natürlich in beide Richtungen gelten.

Oha…, wenn ich das alles während des Schreibens noch mal reflektiere, ist das hier viel mehr als ein Lernkonzept. Ich lasse mich darauf ein, auch von meinem Sohn gelehrt und geführt zu werden. Um nicht sogar von „geleert“ zu sprechen. Ich bin ein Kontrollfreak. Gefühlt sind da nicht nur positive Emotionen. Ich sehe aber nach wie unsere große Chance.

Ich sehe in den nächsten Wochen generell für uns alle eine große Chance. Es ist die Chance, dass wir uns wieder mit uns selbst und mit unseren Lieben beschäftigen. Es ist eine geschenkte Zeit. Wir haben die Erlaubnis erhalten aus der Hetze des Lebens auszusteigen. Sogar von unseren Arbeitgebern wird kein Druck ausgeübt. Auch finden wir keine unnötige Ablenkung, die wir so gerne suchen, durch irgendwelche Freizeitaktivitäten oder außenstehende Personen. Es geht allein um uns und unsere Lieben.

Es ist egal was der Auslöser für diesen Virus, für diese Situation ist, wir können es gerade nicht ändern außer uns dieser Situation hinzugeben, sich ihr zu stellen und das Beste daraus zu machen. Nutzt die Chance eure Realität positiv zu gestalten. Das ist auch der beste Immunschutz. Angst macht euer Energiefeld eng und durchlässig.

Es gibt Berufsgruppen, wie sämtliche medizinischen Bereiche, denen in dieser Zeit (und auch natürlich darüber hinaus) unser ganz besonderer Dank und unsere Anerkennung gebührt. An diese Menschen dürfen wir ganz besonders denken, Ihnen Schutz, Kraft und Heilung wünschen.

Ich habe schon von einigen gehört, dass sie Angst um ihre finanzielle Situation haben. Auch das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich selbst bin alleinerziehende Mutter, die beruflich und privat sämtliche Kosten trägt. Positiv ist hier natürlich, dass für die Freizeitaktivitäten weniger Geld ausgegeben wird. :0) Auch wenn ich im Moment noch nicht sagen kann, wie es finanziell denn funktionieren kann oder wie es finanziell weitergehen wird durch den Ausfall von Seminaren und Terminen, ich bin vollkommen im Vertrauen. Seit ich denken kann, glaube ich an das Gesetz der Versorgung. Das Gesetz der Versorgung setzt niemals aus. Es ist immer für alle genug von allem vorhanden. Das durfte ich in meinem Leben schon sehr oft erleben.

Diese Zeilen sollen nicht bedeuten, dass ich Dinge bagatellisieren möchte. Ich nehme die Situation schon sehr ernst. Aus diesem Grund halte ich mich auch daran, den Virus nicht weiter zu verbreiten und nutze diese Zeit positiv.

Über eure eignen Ideen und Anregungen freue ich mich

Herzliche Grüße

Birgit Haufer

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Andreas Blech